Sprache – Faszinierendes Ungarisch
Auf dieser Seite möchten wir einige Eigenheiten der ungarischen Sprache vorstellen und zeigen, was sie so besonders macht. Kleine Beispiele aus Grammatik und Wortschatz sollen dabei helfen, einen ersten Eindruck von der Sprache zu bekommen und vielleicht die Lust zu wecken, selbst ein paar ungarische Wörter zu lernen.
Einzigartigkeiten der Sprache
Ungarisch gehört nicht zur indogermanischen Sprachfamilie
Während Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und viele andere europäische Sprachen indogermanische Sprachen sind, gehört Ungarisch zur uralischen Sprachfamilie. Es ist daher mit Sprachen wie Finnisch und Estnisch verwandt – allerdings nicht so eng, wie häufig angenommen wird.
Es gibt 44 Buchstaben im ungarischen Alphabet
Schon das ungarische Alphabet macht deutlich, was diese Sprache so besonders macht. Mit insgesamt 44 Buchstaben enthält es mehrere ungewöhnliche Buchstabenfolgen wie „cs“, „dzs“, „gy“, „ny“, „sz“, „ty“ und „zs“, die jeweils als eigenständige Buchstaben gelten. Hinzu kommen charakteristische Vokale wie „ő“ und „ű“, deren Aussprache für viele Lernende zunächst ungewohnt ist. Auch die Tatsache, dass beispielsweise „s“ wie „sch“ und „sz“ wie „s“ ausgesprochen wird, kann für deutschsprachige Lernende überraschend sein. All diese Besonderheiten verleihen dem Ungarischen sein unverwechselbares Schriftbild und seinen charakteristischen Klang.
Ungarisch arbeitet stark mit Nachsilben
Anstatt viele grammatische Informationen durch einzelne Wörter auszudrücken, hängt das Ungarische häufig Endungen an ein Wort an. Dadurch können sehr lange Wörter entstehen, die im Deutschen mit einem ganzen Ausdruck übersetzt werden müssen. Wie z.B. Megszentségteleníthetetlenségeitekért – was so etwas bedeutet, wie „Aufgrund eurer Eigenschaft, nicht entweiht werden zu können“. Aber keine Sorge, die meisten Wörter sind viel kürzer. Ehrenwort!
Es gibt kein grammatisches Geschlecht
Ungarisch unterscheidet bei Substantiven nicht zwischen männlich, weiblich und sächlich. Auch das Personalpronomen „ő“ kann sowohl „er“ als auch „sie“ bedeuten. Das Geschlecht einer Person wird also nicht allein durch das Pronomen ausgedrückt.
Die Harmonie der Vokale prägt die Sprache
Eine der faszinierendsten Eigenschaften ist die sogenannte Vokalharmonie. Die Vokale eines Wortes beeinflussen, welche Endung verwendet wird. Dadurch „passen“ sich bestimmte Nachsilben klanglich an das Wort an. Das verleiht dem Ungarischen seinen sehr charakteristischen Rhythmus.
Die Grammatik kann extrem präzise sein
Ungarisch kann mit verschiedenen Endungen sehr genau angeben, wohin sich etwas bewegt, wo sich etwas befindet oder woher etwas kommt. Aus dem Zusammenhang, der im Deutschen oft durch Präpositionen ausgedrückt wird, wird im Ungarischen häufig eine Wortendung.
Die Wortstellung ist erstaunlich flexibel
Ungarisch kann die Reihenfolge von Satzbestandteilen verändern, um bestimmte Informationen hervorzuheben. Die Wortstellung dient daher nicht nur der Grammatik, sondern auch dazu, den Fokus eines Satzes zu bestimmen.
Es gibt außergewöhnlich viele Möglichkeiten, ein Wort abzuwandeln
Durch die Kombination verschiedener Endungen können aus einem einzigen Wort zahlreiche Formen entstehen. Dadurch wirkt Ungarisch für Lernende manchmal wie eine Sprache, in der ein einziges Wort bereits einen ganzen kleinen Satz enthalten kann.
Ungarisch klingt für viele Europäer ungewöhnlich – und hat seinen eigenen Rhythmus
Die Kombination aus Vokalharmonie, charakteristischen Lauten, langen und kurzen Vokalen sowie den vielen Nachsilben gibt der Sprache einen ganz eigenen Klang. Besonders auffällig ist dabei auch die Bedeutung der Vokallänge: a und á oder e und é sind nicht einfach unterschiedliche Schreibweisen, sondern werden unterschiedlich ausgesprochen.
